Senioren: Lernen hält Gehirn fit

20.12.2011 09:31

Sind wir in fortschreitendem Lebensalter überhaupt in der Lage, neue Dinge zu lernen?

Wieviel Kraft hat unser Hirn?

Professor Ernst Pöppel, Hirnforscher an der Universität München: „Wir können uns auch mit 100 Jahren noch eine neue Sprache aneignen oder ein ganzes Drehbuch auswendig lernen. Das Gehirn noch mal herauszufordern, dafür ist es nie zu spät.“

Prof. Pöppel ist einer der wenigen Wissenschaftler in Deutschland, die sich mit dem Thema „Lernen für Senioren“ intensiv auseinander gesetzt haben. Wie er erläutert, ist es weniger das Alter, wenn die Denk- und Lernfähigkeit nachlässt, sondern vielmehr ein Mangel an Übung.

„Das Gehirn ist vergleichbar mit einem Muskel. Je besser es trainiert ist, desto besser klappt die Sache und umso schneller werden wir dabei – das gilt für jedes Alter“, erklärt Prof. Pöppel.

Wichtige Tipps von Prof. Pöppel:

Bieten Sie Ihrem Gehirn Abwechslung im Alltag. Denn eine abwechslungsreiche, interessante und anregende Umwelt regt das Gehirn zu verstärkter Aktivität an. Wochenendausflüge in unbekannte Regionen, Museumsbesuche oder Stadtbesichtigungen sind prima Trainingseinheiten für das Gehirn.
Nicht träge sein. Denn durch Inaktivität kann unser Geist – wie ein Muskel – regelrecht schlaff werden. Ein Urlaub, in dem vor allem Schlafen, Essen und Faulenzen statt Bewegung und Exkursionen angesagt sind, tut dem Hirn nicht gut. Wenn wir unser Gehirn nicht intensiv „benutzen“, bilden sich die nicht genutzten Verbindungen zwischen den Nervenzellen zurück.
Um optimal geistig arbeiten zu können, sollte man leichte, vitamin- und kohlenhydratreiche Kost zu sich nehmen, und zwar in mehreren kleineren Mahlzeiten statt in wenigen großen Portionen.
Aus den Kohlenhydraten gewinnt der Organismus Glukose, das neben Sauerstoff ein wichtiger Energielieferant für das Gehirn ist. Auch der Wasserhaushalt muss stimmen. Mindestens 1,5 l Flüssigkeit am Tag – am besten in Form von Mineralwasser, Leitungswasser, Fruchtsaftschorlen oder Früchtetees – werden gerade für ältere Menschen empfohlen.
Auch wenn es schwer fällt, sollte man nie so lange warten, bis Durstgefühl aufkommt, sondern quasi nach einem Zeitplan das Trinkpensum erfüllen. Wer zu wenig trinkt, kann nicht optimal lernen und denken.

Gehirn-Training

Schreiben Sie doch mal mit der linken Hand (Linkshänder mit der rechten).
Putzen Sie die Zähne mit der ungewohnten anderen Hand.
Machen Sie mit Absicht mal einen bisher unbekannten Umweg.
Probieren Sie einmal "Auf-dem-Kopf-Lesen" aus, indem sie ein Buch umgekehrt halten.
Trainieren Sie Ihren Gehörsinn: Das Radio stufenweise leiser stellen, bis Sie sich voll konzentrieren müssen, noch etwas zu verstehen.

Quelle: Medical Tribune

 http://www.medical-tribune.de/home/fuer-patienten/artikeldetail/senioren-lernen-haelt-gehirn-fit.html